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Petition: JA zum Atomausstieg 

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Bildung Bildung für alle!

Schule und Studium nur für den späteren Beruf? Klar, dass auch die Schule und erst recht Studium oder Berufsausbildung in erster Linie der Vorbereitung auf eine spätere Berufstätigkeit dient und Hochschulen auch einen Wirtschaftsfaktor darstellen.

Aber dennoch hat für uns Bildung eine weiterreichende Bedeutung. Wir wollen nicht, dass der Schul-, Forschungs- und Lehrbetrieb ausschließlich an der wirtschaftlichen Verwertbarkeit ausgerichtet wird.

Nach unserem Verständnis muss Bildung jedem Menschen Entfaltungsmöglichkeiten, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung ermöglichen. Bildung bestimmt über Lebenschancen. Selbstbestimmung sowie Mitbestimmung setzen Information voraus. Wir wollen, dass alle Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen, sich an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligen sowie alle Formen der Mitbestimmung nutzen können. Wir wollen es nicht hinnehmen, dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft von Informationen oder von Bildung ausgeschlossen werden. Daher setzen wir uns für offene Schulen und Hochschulen ein. Wir wollen eine Schule, die möglichst vielen eine weiterführende Bildung ermöglicht. Wir wollen keine Barrieren beim Hochschulzugang, die auf "soziale Selektion" herauslaufen. Wir wollen nicht, dass die soziale Herkunft oder Geld über den Zugang zu Bildung und insbesondere höherer Bildung entscheiden.

Bereits an den Schulen wird zu früh selektiert. Das dreigliedrige bayerische Schulsystem zwingt die Kinder zu früh, sich endgültig für eine Schulart zu entscheiden. Aus diesem Grund lehnen wir die sechsstufige Realschule ab und fordern wesentlich mehr Durchlässigkeit (auch "nach oben"!) zwischen den Schulen. Die optimalste Förderung für alle Kinder stellt für uns immer noch die Integrierte Gesamtschule dar, bei der nachweislich ein höherer Anteil von Kindern aus sozial schwächerer Herkunft die Hochschulreife erhält. Reformpädagogische Konzepte müssen verstärkt an den Schulen zum Einsatz kommen, der Schulbetrieb muss demokratischer gestaltet werden.

Bei der Berufsausbildung muss darauf geachtet werden, dass sie dauerhafte Berufsbefähigung vermittelt, und nicht zu enge berufsspezifische Einbindung bedeutet. Die Qualität der Ausbildung muss auch durch einen fundierten Berufsschulunterricht gewährleistet werden. In den vergangenen Jahren sind von der Wirtschaft oft weniger Ausbildungsplätze angeboten worden, als von Jugendlichen nachgefragt wurde, was zu Jugendarbeitslosigkeit führt. Um dauerhaft ein ausreichendes Angebot an Ausbildungsplätzen sicherzustellen, fordern wir: "Wer nicht ausbildet, soll zahlen". Betriebe, die trotz vorhandener Möglichkeit nicht genügend Ausbildungsplätze bereitstellen, sollen eine Abgabe zahlen, mit der Betriebe unterstützt werden, die zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen. Kürzungen des Lehrgeldes zur Schaffung von Ausbildungsplätzen lehnen wir ab.

An den Hochschulen schließlich muss sich zunächst etwas an der Zusammensetzung der Studierendenschaft ändern. Immer noch sind ArbeiterInnenkinder an den Hochschulen deutlich unterrepräsentiert. Daher treten wir für eine strukturelle Reform des BAföGs ein, die unter Zusammenfassung von Kindergeld und Ausbildungsfreibeträgen allen Studierenden eine Grundförderung gewährt, der sich bedarfsangepasste Aufbauförderung auf Zuschussbasis anschließen kann. Auch aus sozialen Gründen lehnen wir Studiengebühren ab, aber auch deshalb, weil wir keine marktangepasste Organisation der Hochschulen wollen. Denn Hochschulen lassen sich eben nicht mit Unternehmen oder Firmen vergleichen.

Gesellschaftlich sehen wir insbesondere an den Hochschulen die Möglichkeit, Forschung und Lehre im allgemeinen Interesse zu betreiben und der Profit- und Verwertungslogik der Wirtschaft zu entziehen. An den Hochschulen müssen Konzepte zur Lösung drängender Zukunftsprobleme (Arbeitslosigkeit, Umweltverschmutzung, Benachteiligung der Frauen in der Gesellschaft,...) erarbeitet werden, insbesondere weil diese Art der Forschung Privatunternehmen nicht erbringen wollen.

Um diesen Zielen näher zu kommen, ist es wichtig, dass Entscheidungen an den Hochschulen demokratisch und transparent getroffen werden. Die absolute Mehrheit der ProfessorInnen in den Gremien der Selbstverwaltung der Hochschulen macht eine faire Diskussion sehr schwer. Auch müssen die Rechte der Studierendenvertretungen gestärkt werden, weswegen wir in Bayern die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft fordern, wie es sie fast überall in Deutschland gibt. Die Verfasste Studierendenschaft sichert die finanzielle Selbständigkeit der Studierendenvertretungen und gibt ihnen die Möglichkeit, sich selbst eine Satzung zu geben.

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