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Petition: JA zum Atomausstieg 

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Coburger_Convent Den Coburger Convent in die Schranken weisen

Der CC ist eine Vereinigung studentischer Verbindungen und stellt ein Sammelbecken rechtskonservativer und deutsch-nationaler Kräfte dar. Er steht mit rechtsextremistischen Organisationen ideologisch und praktisch in Verbindung. Daher fordern die Jusos Bayern den SPD-Stadtrat Coburgs und den SPD-Oberbürgermeister Norbert Kastner auf, gerade in diesem Jahr, dem 60. Jahrestag der Befreiung Deutschlands, nicht an den Veranstaltungen des Pfingstkongresses des Coburger Convents teilzunehmen.

Seit mittlerweile über 130 Jahren fallen jährlich 3000 bis 5000 Korporierte in Coburg ein.

Der CC ist eine Vereinigung von Landsmannschaften und Turnerschaften, also studentischer Verbindungen und stellt ein Sammelbecken rechtskonservativer und deutsch-nationaler Kräfte dar. Er steht sowohl mit rechtsextremistischen Organisationen als auch mit dem herrschenden Mainstream - was oft nicht unbedingt ein Widerspruch sein muss - ideologisch und praktisch in Verbindung. So treiben die Korporierten die Festung Europa unter Vorherrschaft der Bundesrepublik Deutschland voran - deklariert als Europa der Vaterländer.

Vor einigen Jahren zeigten die Korporierten ein Werbeplakat mit der Überschrift „Jedem das Seine" ihren Zynismus (dieser Spruch stand über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald). Flagge zeigten sie auch, als sie neben anderen bekannten Rechten den rechtsextremistischen Korporierten Lothar Bossle auf einen ihrer Studientage (1999) nach Halle einluden. Dieser Rechtsextremist war zum Beispiel Mitautor der chilenischen Verfassung für die Diktatur des Schlächters Pinochet.

Bei dem CC handelt es sich um einen verbindungsstudentischen Dachverband, dem sich insgesamt über 120 Korporationen (Landsmannschaften und Turnerschaften) angeschlossen haben. Die Ideologien von Studentenverbindungen, egal welcher Couleur, sind von hierarchischen, autoritären, sexistischen und nationalistischen Denkformen geprägt, die sich in ihren männerbündischen Organisationsstrukturen und Erziehungsidealen widerspiegeln. Dennoch stechen in diesem unappetitlichen Milieu nicht zuletzt der Coburger Convent und seine Mitgliedsbünde durch elitäres Gehabe und eine besonders ausgeprägte Rechtslastigkeit hervor. Seit über 125 Jahren, vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus bis in die Gegenwart bildet der CC gemeinsam mit den Verbindungen der Deutschen Burschenschaft den Kern des korporierten Rechtsextremismus in Deutschland und Österreich.

Zwar geben sich die im CC organisierten, Mitte des 19. Jahrhunderts gegründeten Landsmannschaften in bewusster Abgrenzung zu den Burschenschaften als “unpolitisch” aus. Im Handbuch des CC heißt es jedoch, gerade die Korporationsstudenten seien “berufen in den großen Fragen des politischen Lebens klare und feste Stellung zu beziehen, sie zu verkünden und sie aktiv zu verteidigen.”
Zu den “großen Fragen des politischen Lebens” zählte für die Verbindungen des CC bzw. dessen Vorläuferorganisationen (Coburger Landsmannschafter Convent gegründet 1872, umbenannt in Deutsche Landsmannschaft 1908) vor allem der Kampf gegen alles “Jüdische”. Bereits im Jahr 1894 fasste der Coburger Landsmannschafter Convent einen Beschluss, keine jüdischen Studenten aufzunehmen. Auf dem Pfingstkongress des Jahres 1920 wurde diese Entscheidung noch einmal unmissverständlich bekräftigt: “Die Judenbestimmung des Coburger LC wird wie bisher vom Rassestandpunkt aus gehandhabt.”

Zu den “großen Fragen des politischen Lebens” gehörte aber ebenso der Kampf gegen die, als “Judenrepublik” denunzierte Weimarer Republik. Zahlreiche Korporierte beteiligten sich als Freikorpssoldaten aktiv an der brutalen Niederschlagung der Münchner Räterepublik 1919, dem Kapp-Putsch 1920 oder dem Hitler-Putsch 1923.
Als die Nazis im Januar 1933 in Deutschland die Macht übernahmen, triumphierte der Führer der Deutschen Landsmannschaft: “Gleichschaltung der Deutschen Landsmannschaft, das bedeutet Befreiung der landsmannschaftlichen Idee von dem Schutt des gestürzten liberalistisch-demokratischen Systems und sieghafte Wiederauferstehung der Landsmannschaft im Geiste der durch sie von jeher gepflegten Wehrhaftigkeit und der von ihr stets ausgesprochenen Ablehnung jedes Standesdünkels. Soldaten Adolf Hitlers wollen wir sein, sonst nichts.” Konsequenterweise wurden nach 1945 die Studentenverbindungen von den Alliierten als Organisationen mit “nationalsozialistischem, reaktionärem oder militärähnlichem Charakter” verboten.

Ab 1950 wurde die restriktive Haltung jedoch aufgegeben. Die Verbindungen erhielten sowohl konfisziertes Vermögen als auch ihre Häuser zurück und konnten sich wieder etablieren, ohne mit ihrer antidemokratischen, völkischen und antisemitischen Vergangenheit brechen zu müssen. Bestes Beispiel für diese Entwicklung ist der Coburger Convent, der sich im Mai 1951 feierlich neu gründete. In einer Rede während des entsprechenden Festkommerses gab ein “Bundesbruder” einen unmissverständlichen Einblick in das Welt- und Geschichtsbild des Verbandes, das bis heute wenig Änderungen erfahren hat: “Deutschland ist das A und O unseres Daseins. Ihm auf unsere Weise zu dienen, ist uns höchste Pflicht [...] Ich habe nie an diesem deutschen Waffenstudententum gezweifelt, selbst in den dunkelsten Stunden unseres Schicksalsjahres 1945 nicht.”

Während der berüchtigten alljährlichen Pfingstkongresse des CC in Coburg ist Klartext angesagt. Ob bei der hochoffiziellen Festansprache im Landestheater, der archaischen, unverhohlen militaristischen Totenehrung am so genannten Ehrenmal des CC oder beim anschließenden öffentlichen Besäufnis auf dem Marktplatz. Zu Felde gezogen wird gegen die “68er-Revolte”, den “kontinuierlichen ethischen Werteverfall” oder die “multikulturelle Gesellschaft”

Dagegen feiern Geschichtsrevisionismus, Militarismus und Volksgemeinschaftsideologie fröhliche Urständ. So beklagte z.B. der Würzburger Arzt und Landsmannschafter Prof Wiebeke während seiner Rede anlässlich der “Totenehrung” an Pfingsten 1993 “als vorläufigen Höhepunkt der abstrusen Geistesverringerung, die Einweihung eines Denkmals für Deserteure in einer deutschen Großstadt.” Stattdessen hob er den seiner Meinung nach “ethischen Wert und die beispiellose Hingabe und Opferbereitschaft der Deutschen Wehrmacht” hervor, die geradezu beispielhaft gewesen seien: “Wie glücklich könnten sich unsere Regierenden und wir uns schätzen, wenn der heutigen Generation nur ein bisschen von dem Idealismus geblieben wäre.”

Nach diesen in den Medien durchaus kritisch kommentierten Äußerungen und einem kaum zu vertuschenden Skandal während des “Marktfestes” -ein CC-Mitglied hatte über die Lautsprecheranlage die rassistischen Mörder von Solingen hoch leben lassen- versuchte der Coburger Convent in den folgenden Jahren sein Erscheinungsbild etwas zu mäßigen, was in der Praxis vor allem bedeutete während der Pfingstkongresse auf das öffentliche (nicht aber interne) Absingen der ersten Strophe des Deutschlandliedes zu verzichten.

Die Phase relativer Zurückhaltung scheint sich mittlerweile jedoch dem Ende zu zuneigen. Der verbandsinterne “Konservative Arbeitskreis” drängt darauf die “Zeitgeisterei nicht länger hinzunehmen”. Das “nationale Element” dürfe nicht zur Phrase verkommen, sondern müsse “wieder mit Inhalt gefüllt werden”.
In einem der letzten Jahre hatte die “Akademische Landsmannschaft der Salzburger” den Vorsitz im CC inne. Die Salzburger gehören zweifellos zu den Hardlinern des Verbandes, was anhand ihrer programmatischen Äußerungen unschwer zu erkennen ist. So erwarte man von den Mitgliedern: “Einsatz für die Heimat, Vaterlandsliebe sowie mutiges Eintreten für die Landsmannschaft und sich selbst getreu dem Wahlspruch ‘Dem Volk zur Wehr, zu Salzburgs Ehr!’” Dementsprechend stelle man sich auf den “Standpunkt der Pflichtmensur sowie der unbedingten Satisfaktion.”

Wir Jusos lehnen jegliche Elite und jegliches elitäres Denken ab! Für uns sind alle Menschen von Geburt an gleich!

Daher fordern wir den SPD-Stadtrat Coburgs und den SPD-Oberbürgermeister Norbert Kastner auf, gerade in diesem Jahr, dem 60. Jahrestag der Befreiung Deutschlands, nicht an den Veranstaltungen des Pfingstkongresses des Coburger Convents teilzunehmen.
Wir fordern die Hochschulen auf, die im CC organisierten Vereinigungen nicht länger als Hochschulgruppen und studentische Vereinigungen anzuerkennen!

Wir fordern alle Jusos und SPD-Mitglieder auf, durch geeignete Veranstaltungen dem Weltbild des CC ein weltoffenes, demokratisches und soziales Gesellschaftsbild entgegen zu setzen!

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